Wie lässt sich eure Methode mit dem öffentlichen Lehrplan vereinbaren?

Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie und jedes Genie gewissermaßen ein Kind. (Arthur Schopenhauer)

Das generelle Ziel der Schule ist, die Kinder in 8 Jahren zu selbständigen, sozial kompetenten Jugendlichen zu erziehen, die ethische Werte anerkennen und vertreten. Sie nehmen ihre Verantwortung wahr, treffen Entscheidungen und können deren Konsequenzen einschätzen und tragen. Sie üben Rücksichtnahme gegenüber Jüngeren und Schwächeren und behandeln ihre Umgebung mit Respekt. Und sie sind in der Lage, gut in unserer Gesellschaft zu bestehen, das heißt, einen Bildungsweg im öffentlichen Schulsystem (Oberstufe, Fachschule, Berufsschule,…) zu verfolgen. Darauf bereiten wir die Schüler vor.

Unsere Schule folgt nicht dem öffentlichen Lehrplan. Wir haben - wie die meisten Alternativschulen - einen eigenen Lehrplan, der dem öffentlichen gleichgestellt ist. Das gibt uns die Möglichkeit, den Kindern Spielraum für ihre eigenen Entwicklungsbedürfnisse zu lassen. Sie müssen nicht alle zum gleichen Zeitpunkt die Buchstaben oder die Grundrechenarten lernen, sondern tun das, wozu sie sich gerade am meisten hingezogen fühlen. Dadurch, dass sie aus ihrem eigenen Interesse heraus entscheiden, womit sie sich beschäftigen wollen, lernen sie viel schneller, als wenn der Stoff von außen "aufgezwungen" wird. So holen sie auch manche "Rückstände" im Vergleich zum öffentlichen Lehrplan immer wieder leicht auf. In den letzten Jahren achten wir darauf, dass das Wissen der Schüler dem aus öffentlichen Schulen entspricht und haben damit auch schon beste Erfahrungen gemacht.

Es ist richtig, dass die Kinder in Alternativschulen quantitativ gesehen weniger lernen als in der öffentlichen Schule. Aber sie vergessen auch weniger: Was sie einmal verstanden haben, das sitzt meist für immer. Es bringt wenig, fünf Stunden am Tag zu lernen, wenn drei Stunden davon meist schon nach kurzer Zeit wieder vergessen sind. Es bringt wenig, viele Stunden täglich "abzusitzen", wenn man einen Teil der Zeit davon gelangweilt vor sich hin träumt und wenig mitbekommt. In der "Neuen Schule" lernen die Kinder weniger lang, dafür effizienter, weil interessierter und konzentrierter. Nicht umsonst sind schon viele reformpädagogische Ansätze in die öffentlichen Schulen eingeflossen: Freiarbeitsphasen, Montessori-Material, Lernen mit Bewegung, soziale Spiele,…

Bei verantwortungsvoller Begleitung können Kinder aus reformpädagogischen Schulen ihr Potential optimal nützen und ihre Persönlichkeit bestmöglich entfalten.

Uns ist wichtig zu betonen, dass die Schule auf 8 Jahre ausgelegt ist: Nach diesen 8 Jahren ist der Standard unserer Schüler zumindest so hoch wie der von Abgängern öffentlicher Schulen. Zwischendurch folgen wir jedoch nicht dem österreichischen Lehrplan, so dass nicht erwartet werden kann, dass die Kinder jederzeit nahtlos ins Regelschulsystem wechseln können.

wind